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Gedanken, Presse & Updates

DER TEUFELSKREIS

 

Bei uns Menschen geht es oft zu wie im Chemie-Labor. Je nachdem, welche Elemente aufeinander treffen, kann es zu einer unvorhersehbaren Kettenreaktion kommen.

 

So mancher Streit ist vergleichbar mit einem Feuer, das sich zu einem Flächenbrand ausweitet und am Ende nur Chaos und Verwüstung hinterlässt. Wenn du den Brand nicht löschst, wird es so lange in dir brennen, bis nichts Brennbares mehr übrig ist.

Bei Redakteurin Alexandra und ihrem Chef Patrick ist es ganz ähnlich. Sie hat neuerdings das Gefühl, dass er sie ignoriert. Nein, sie ist sich sogar sicher! Patrick fragt ihre Kolleginnen viel öfter um Rat! Und außerdem rauscht er dauernd an ihr vorbei, ohne sie zu grüßen. Je länger sie darüber nachdenkt, desto überzeugter ist sie: Patrick mag sie nicht mehr. Was hat sie denn nur falsch gemacht? Sie fühlt sich abgelehnt. Sie ahnt nicht, dass Patrick seit einiger Zeit daheim massive Probleme hat. Alexandras Groll wächst Tag für Tag. Sie meidet ihren Chef, wo sie nur kann. An Teamsitzungen nimmt sie nur noch teil, wenn er sie ausdrücklich dazu auffordert. Ihm fällt das natürlich auf, weshalb er sie zu einem Gespräch bittet. Sie reagiert auf seine Einladung unwirsch und hält ihm »Ignoranz« im Umgang mit seinen Mitarbeitern vor. Er droht ihr mit Konsequenzen, bis hin zur Abmahnung. 

 

Und so stecken die beiden längst in einem kommunikativen Teufelskreis fest, indem sich beide immer so verhalten, wie es ihnen unterstellt wird. Solche Konfliktspiralen sind wie ein Perpetuum mobile, wie zerstörerische Viren in einem Computerprogramm. Sie blockieren die Kommunikation und legen irgendwann das ganze System lahm. Bis es im besten Falle zu einer Streitschlichtung kommt, ist viel Schaden entstanden. Es fallen Worte, die sich im Unterbewussten festsetzen, es werden Wunden geschlagen, die Narben hinterlassen.

 

Hätten Alexandra oder Patrick ihre Eindrücke schon früher angesprochen, hätten sich diese Verhakungen womöglich gar nicht ergeben. Der amerikanische Mediator Marshall B. Rosenberg hat ein paar äußerst nützliche Tipps erarbeitet, mit denen man in solchen Konfliktsituationen unnötige Verletzungen und deren Folgen vermeiden kann.

 

· Sprich eine Irritation möglichst zeitnah an und benenne dabei deine Beobachtungen.

· Formuliere keine Schuldzuweisungen, sondern sprich von deinen Gefühlen und Bedürfnissen.

· Betrachte Kritik als eine Aussage des anderen über sich selbst.

· Benenne das, was du willst, und nicht das, was du nicht willst.

· Bleibe bei dem, was jetzt aktuell ist. Tische keine »uralten Kamellen« auf. · Akzeptiere, wenn dein Gegenüber aus dem Streit aussteigen will. Mach

also nicht weiter, wenn dein Gegenüber signalisiert, dass er/sie das

Gespräch beenden möchte.

· Rede klar, direkt und ehrlich. Vermeide es, zu manipulieren, zu tricksen,

zu täuschen oder zu behaupten.

· Bleibe auch unter Druck wohlwollend. Nimm dir eine Auszeit, wenn du

merkst, dass du das nicht mehr kannst.

Bei zwischenmenschlichen Konflikten gibt es mindestens zwei Beteiligte. Jeder hat einen Anteil, keiner ist nur Opfer oder Täter. Wer sein eigenes Verhalten ändert, nimmt damit auch Einfluss auf den anderen. Es spielt nur eine geringe Rolle, wer hierbei den Anfang macht. Durch einen Konflikt können Lösungen und Ideen entstehen, auf die man sonst nicht gekommen wäre. WENN die Beteiligten ihre Konflikte nicht eskalieren lassen und bereit sind, sie offen anzusprechen.

 

Aus „how to get GELASSENHEIT“ (auch als Hörbuch erhältlich)

 

Herzliche Grüße,

Patrick 

 

© Text 2016 KOHA Verlag

 

 

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14.04.2018

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